Was ist die Community?

Die Lokalhelden Community soll unseren Teilnehmenden, Akteuren des ländlichen Raums und Partnern unseres Projekts eine Plattform bieten. Sehr viele spannende Projekte im ländlichen Raum haben das Potential, Anregung und Vorbild sein zu können. Außerdem haben sich verschiedene Akteure und Organisationen der Förderung des ländlichen Raumes und guter Initiativen verschrieben.

Die Lokalhelden Community möchte einige gute Beispiele sichtbar machen und dabei helfen, ein Netzwerk zu knüpfen.

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Projekte und Akteure im ländlichen Raum Ostdeutschlands

Gründer der Save Nature Group

Lokalheld Georg

Lokalheld Georg ist Gründer der Save Nature Group in Leutenberg, Thüringen. Die gemeinnützige Naturschutzorganisation engagiert sich vielfältig für ein besseres Bewusstsein der Menschen im Umgang mit der Natur. Dafür organisiert sie Müll- Sammel-Aktionen, unterrichtet zum Thema Nachhaltigkeit an Schulen und installiert Natur-Lehr-Pfade. Zur Finanzierung der Organisation bedient sie sich ungenutzter, heimischer Ressourcen zur Herstellung von Apfelsaft.
Save Nature gewann 2017 den zweiten Platz des Thüringer Umwelt-Preises. Mittlerweile wird ihr handgepresster Apfelsaft in Thüringer Edeka-Märkten verkauft. Vom Erlös werden wiederum Streuobstwiesen und Mischwälder gepflanzt, denn das Herstellen biologischer Lebensmittel und der Erhalt des natürlichen Lebensraumes gehen Hand in Hand!

Angefangen hat alles in Indien, als das Abenteuer-Duo Johannes Leeder und Georg Lesser feststellen musste, dass Müll allgegenwärtig ist, ein Problembewusstsein der Menschen im Umgang damit jedoch nicht. Das wollten die Beiden ändern. Sie reinigten zusammen mit Tourist*innen und Einheimischen das vermüllte Vogelschutzgebiet Pathriramanal, installierten Mülleimer und begannen Aufklärungsarbeit an Schulen und Universitäten. Georg und Johannes erlebten die indische Umwelt im Ungleichgewicht. Nun möchten sie ihr Wissen über Recycling und Müllverwertung in andere Länder tragen.

 

 

Ein Gründer-Duo aus Saalfeld/ Rudolstadt
in Indien Müll zu sammeln begonnen hat.
Sie leisteten den Schwur:
„Wir retten die Natur,
wir ernten Streuobstwiesen und pressen Apfelsaft!“

www.save-nature-group.de

 

Denk- und Produktionsort „Libken“

Lokal­heldinnen Larissa und Theresa

Larissa, Theresa und Christoph betreiben den Verein Libken, einen Denk- und Produktionsort in einem Plattenbau in idyllischer Umgebung in der Uckermark.
Christoph und Larissa wollten aufs Land ziehen, ohne den direkten Zugang zu Kunst und Kultur entbehren zu müssen. Für einen zum Abriss freigegebene Plattenbau in Böckenberg bei Gerswalde, (Brandenburg) entwickelten sie ein Konzept, Theresa kam dazu und sie gründeten einen Verein. Zusammen organisieren und gestalten sie ein Kulturprogramm mit Sommerkino, Sommerakademie, Sommerfest und Werkschau, bieten Künstler*innen Raum für Gemeinschaft und Rückzug, Einzel- und Gruppenarbeit, zur Miete oder gefördert durch ein Stipendium. Letzteres z.B. im Rahmen der Kulinarik. Das Kulinarik-Stipendium ist einzigartig und gibt Köch*innen die Möglichkeit, drei Monate kulinarisch zu forschen und zu experimentieren. Die Ergebnisse werden monatlich im Rahmen von „Langen Tageln“ verköstigt.

Die Renovierung der 24 Wohneinheiten erfolgte in Bauwochen mit Helfern aus Verein und Freundeskreis: Tapeten ab, Böden frei, Farbe rauf. Die Einrichtung der Wohnungen ist reduziert und funktional: Der Blick ist frei für die Weite der Landschaft und wo man hinguckt ist vor allem eins: Viel Platz für Inspiration, Gedanken und kreative Arbeit.
Finanziert wird das Kulturprogramm für die nächsten 3 Jahre u.a. von der Kulturstiftung des Bundes. Weitere Finanzierungsquellen, Sponsoren und engagierte Mitglieder werden gesucht. Mit libken hat Böckenberg einen Ort der Begegnung, Kunstproduktion und Kommunikation bekommen.

Ein Gründertrio sprach in Gerswalde:
„Diese Abriss-Platte wollen wir behalde!“
Man gründete libken,
nahm die Platte in betriebken:
Ein Ort zum Arbeiten, zum Denken, zum Gestalde!

www.libken.de
Gründerin der Biogärtnerei Zubzow Eins

Lokalheldin Rebecca

Rebecca betreibt mit Lotti und Marieke eine kleinstrukturierte Gärtnerei nach EG Öko-Richtlinien in Zubzow auf Rügen. Der Fokus der Arbeit ist der Gemüseanbau.
Geplant ist neben der Lebensmittelproduktion und -verarbeitung die Einrichtung eines eigenen Hof-Cafés. Hühner, Schafe und Bienen sollen in Zubzow einziehen. Externe Referenten sollen Seminare für Interessierte aller Altersgruppen geben können. Auch der eigene Erfahrungsschatz soll weitergegeben, der Hof als Modellort verstanden und als Ausbildungsplatz etabliert werden.

Rebecca, Lotti und Marieke haben sich beim Studium der ökologischen Landwirtschaft in Witzenhausen kennengelernt und wollten von der Theorie in die Praxis. Im Mai 2016 beschließen sie kurzerhand: Wir gründen zusammen! Im Januar 2017 kaufen sie das Grundstück in Zubzow auf Rügen mit Haus, Land und Nebengelass. Im Sommer darauf haben sie alles ausprobiert, um Boden und Klima kennenzulernen. Auch das Crowdfunding für ihre Feinkost-Werkstatt zur Gemüse-Veredelung haben die 3 jungen Frauen erfolgreich hinter sich.

 

 

Ein Gründertrio sprach in Zubzow:
„Wir brauchen jetzt dringend Cashflow!“
Sie fragten die Crowd,
die funden das auch.
Gebaut wird die Feinkostkitchow!

www.zubzoweins.de
Gründer der ersten ökologischen Baumschule in Mecklenburg

Lokalheld Andreas

Statt einer konventionellen will Andreas eine ökologische Baumschule betreiben – die erste in ganz Mecklenburg! Der landwirtschaftliche Betrieb ist gegründet, die Steuernummer existiert, er kann offiziell Handel betreiben mit Pflanzen. Die Baumschule soll zwei Standbeine haben. Zum einen Obstbäume und zum anderen einheimische Strauch- und Baumarten für Insekten, Vögel und Kleinsäuger! Den Kundenstamm an Privatgärtnern der Vorgänger-Baumschule will er übernehmen.

Während seines Geo-Ökologie Studiums in Potsdam spezialisiert sich Andreas auf Umweltplanung und Naturschutz und fährt regelmäßig mit seiner Freundin nach Wangelkow. Schließlich sucht die Baumschule im Nachbarort einen Nachfolger: das ältere Ehepaar führt den kleinen Betrieb konventionell, mit 500qm Verkaufsfläche und gewachsenem Kundenstamm – ohne Internetauftritt oder Werbung. Der Traumberuf auf dem Präsentierteller. Andreas pachtet 2018 3 HA Land und zieht mit seiner Freundin an den Rand des Dorfes. Seit zwei Jahren setzt sich Andreas mit Bürokratie rund um sein Gründungsvorhaben auseinander. Dieses Jahr will Andreas eine Photovoltaik-Anlage für eine Bewässerungsanlage installieren und endlich anfangen zu pflanzen.

 

Gründerin des „Grünen Gänsehofs“

Lokalheldin Astrid

Astrid betreibt ihren „Grünen Gänsehof“ in Ladenthin. Sie schlachtet selbst und verkauft ihre Gänse ab Hof an ihre Kunden. Um die Gänse an Wiederverkäufer verkaufen zu können und den Absatzmarkt im größeren Umkreis (Ostsee, Uckermark, Berlin, Rostock) zu erreichen, müssen die Tiere EU-zertifiziert geschlachtet sein. Solche Schlachtereien sind jedoch zu weit entfernt. Astrid plant deshalb den Bau einer eigenen Schlachterei. Für entsprechende Förderung muss sich Astrid jedoch mit immer neuen Steuer- und baurechtlichen Detailfragen und immer neuen Anträgen beschäftigen.

Astrid hat Agrarwissenschaften in Kiel studiert und in England über die effiziente Verwertung von Phosphat in der Weizenwurzel promoviert. Zeitgleich saniert sie gemeinsam mit ihrem Mann eine ehemalige Hofstelle in Ladenthin, in Vorpommern. Im Juli 2016 gründet sie ihren Landwirtschaftsbetrieb und startet mit 25 Gänsen.
Die Gänse selbst machen den Dorfbewohnern viel Freude. Dieses Jahr plant Astrid mit 200 Tieren. Für Verlust sorgte zuletzt nicht der Fuchs, sondern der Habicht. Deshalb möchte Astrid bald einen Hütehund ausbilden.

 

Gründer von Audiofish

Lokalheld Thomas

Thomas Kalweit ist 27 Jahre alt und kommt aus Ahrenshoop, einem Ort mit Geschichte aus Mecklenburg-Vorpommern, die er für Besucher*innen hörbar macht. Sein Projekt Audiofish ist ein etwas anderer Audioguide jenseits von bloßen Fakten und schnöden Jahreszahlen.
Mittels kleiner Geschichten aus der Ortschronik, Zeitungsausschnitten, Anekdoten und Briefen kann der/die Hörer*in selbstständig und kurzweilig den jeweiligen Ort erkunden. Technisch verwirklicht hat Thomas den Guide nicht mit herkömmlichen Leihgeräten, sondern als App.

Während einer Ortsführung in Ahrenshoop im Jahr 2011 ist er darauf gekommen, gleich den ganzen Ort zum Museum zu machen.
Im November 2016 hat Thomas gegründet, einen Programmierer gefunden, Texte erstellt und Sprecher*innen-Aufnahmen machen lassen. Im März 2017 ist die App erschienen – Thomas ist mit seinem Produkt sehr zufrieden. Die Verkaufszahlen könnten natürlich höher sein, aber es läuft bis jetzt ganz gut – sicher auch weil das NDR nordmagazin schon berichtet hat. In jüngster Zeit hat Thomas noch einen Podcast realisiert, der alle zwei Wochen erscheint und kleine Geschichten zu verschiedenen Orten Mecklenburg-Vorpommerns enthält. Für die Zukunft möchte Thomas weitere Orte erschließen, er ist bereits im Gespräch mit möglichen Kandidat*innen.

 

www.audiofish.de
Gründerin einer Intarsienmanufaktur

Lokalheldin Fanny

Fanny Brake ist 31 Jahre alt und wohnt wieder in der Oberlausitz. Fanny fertigt Einzelstücke in Intarsien-Technik im eigenen Atelier. Nach Lehrjahren in Pulsnitz und Berlin fasst die gelernte Tischlerin 2016 in ihrer alten Heimat Fuß. Sie bezieht ein Atelier, schafft Maschinen an, entwickelt Produktideen und knüpft Kontakte. 2017 dann der Schritt in die Öffentlichkeit, die Stadt Reichenbach hat sie gut aufgenommen. Viel positives Feedback, Mundpropaganda und Präsenz in lokalen Medien und auf Märkten brachten erste Kunden.

Als Intarsien-Technik bezeichnet man eine alte Kunstform für flächenbündige oder reliefartige Einlagen. Durch passgenaues Schneiden und Zusammenfügen von unterschiedlichen Materialien entstehen aus puzzleartigen Teilen bildliche Darstellungen oder Muster, die dem Trägerobjekt zu einzigartiger Optik verhelfen. Während ihres Designstudiums in Dessau fasziniert Fanny eine Dokumentation über einen alten Intarsien-Schneidemeister in Brandenburg. Eine Weiterbildung bei ihm bestärkt sie, die Intarsien-Kunst zu ihrem Beruf zu machen. Mit dem Erhalt und der Neuinterpretation des alten Handwerks agiert Fanny bewusst nachhaltig, ihre Produkte sind kleine Bollwerke gegen die Wegwerfgesellschaft, denn: „Meine Produkte sind was fürs Leben!“

www.intarsienmanufaktur.de
Bundesverband der grünen Wirtschaft

Unter­neh­mens­Grün e.V.

UnternehmensGrün ist die politische Stimme für eine nachhaltige Wirtschaft. Seit 1992 engagieren sich hier Unternehmerinnen und Unternehmer für politische Rahmenbedingungen einer nachhaltigen Wirtschaftswende. Der parteipolitisch unabhängige ökologisch ausgerichtete Unternehmensverband ist vor allem ideell in der branchenübergreifenden Lobbyarbeit tätig. UnternehmensGrün vertritt mehr als 250 Mitgliedsunternehmen und ist als gemeinnützig anerkannt. Auch Wertewandel ist Mitglied im Verband.

UnternehmensGrün bündelt die Visionen und Forderungen der Mitglieder und nimmt parteiübergreifend politisch Einfluss. Wichtige Anliegen sind:

  • Ökologisch orientiertes Wirtschaften und soziale Verantwortung von Unternehmen
  • Förderung einer regionalen, klein- und mittelbetrieblich ausgerichteten Wirtschaft
  • eine umweltorientierte Förder-, Steuer- und Abgabenpolitik
  • eine ökologisch orientierte Beschaffungs- und Investitionspolitik

UnternehmensGrün hat in seiner 25jährigen Verbandsgeschichte beispielhaft zu politischen Rahmenbedingungen für mehr Nachhaltigkeit beigetragen. Über seinen europäischen Dachverband Ecopreneur.eu bezieht der Verein auch in Brüssel Stellung. Seit 10 Jahren engagiert sich der Verband im Bereich Bildung für Nachhaltige Entwicklung für die nächste Generation und bringt Schüler*innen und Auszubildenden den nachhaltigen Wirtschaftsgedanken näher. 

www.unternehmensgruen.de
Doktorandin

Miriam Büxenstein

Als Doktorantin schreibt Miriam Büxenstein ihre Doktorarbeit über die Lokalhelden Gründungspraxis im ländlichen Raum im ost-westdeutschen Vergleich. Mit ihrem praxeologischen Ansatz und der ethnografischen Methode möchte Sie die impliziten Mechanismen der Entrepreneurship-Praxis ergründen.
 
Miriam entdeckte in ihrem kulturwissenschaftlichen Studium an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) ihre Leidenschaft nicht nur für ostdeutsche Kunst- und Kulturgeschichte sondern auch für Entrepreneurship. 2011 war sie Mitgründerin eines studentischen Vereins und verfasste ihren ersten Businessplan. Ihr Engagement und Interesse führten sie an das Centre for Entrepreneurship, wo sie bis heute in die Lehre und Gründungsberatung involviert ist. Im Masterstudium widmete sie sich vermehrt der Theorie und Praxis des Kultur- und Tourismusmanagements und koordinierte für ein halbes Jahr das Kulturnetzwerk Seenland Oder-Spree.

Über uns

Das Modellprojekt Lokalhelden wird von „Wertewandel – soziale Innovation und demokratische Entwicklung e.V.“ entwickelt und durchgeführt.

Wertewandel realisiert Projekte in den Bereichen Stadt- und Regionalentwicklung, Bildung und Qualifizierung, Innovationsförderung und Stärkung der Zivilgesellschaft. In Kooperation mit Verbänden, Verwaltungen, Initiativen, Unternehmen, Stiftungen und Hochschulen entwickeln wir innovative Lösungen für spezifische Zielgruppen und beraten NPOs/NROs, Städte und Regionen, Unternehmen, Organisationen und zivilgesellschaftliche Akteur/innen. Wertewandel wurde von Mitarbeiter/innen der M’s Marketing + Kommunikation GmbH für gemeinnützige Modellprojekte im Bereich der regionalen Entwicklung gegründet. Beide Träger haben die gleichen Ziele und Arbeitsbereiche und unterhalten Büros in Berlin und Forst (Lausitz).

Team

Förderer

Drosos Stiftung

Das Modellprojekt Lokalhelden – Gründerwerkstatt für den ländlichen Raum wird von der schweizerischen Drosos Stiftung gefördert.

Informationen zur Drosos Stiftung

Partner

Wir planen den Aufbau einer Lokalhelden Community und eines Unterstützungs-Netzwerks.

Egal ob als Mentor/innen, Businessangels, Wissenschaftler/innen, Berater/innen oder Geldgeber/innen für Stipendien: über Anregungen oder Unterstützung freuen wir uns!

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Viele Themen rund um Existenzgründung im ländlichen Raum bzw. Nachhaltigkeit platzieren wir in unserem Newsletter. In zweimonatigen Abständen werden Gründer/innen vorgestellt, Ansätze diskutiert, Finanztipps erteilt und andere Neuigkeiten gestreut.

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Kontakt

M. Kira Sawicka

Wertewandel –

soziale Innovation und demokratische Entwicklung e.V.

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